Seit Febru­ar liegt ein ganz beson­de­rer Zau­ber über der Wald­büh­ne in Hel­dritt

Seit Febru­ar liegt ein ganz beson­de­rer Zau­ber über der Wald­büh­ne in Hel­dritt. Zwi­schen fros­ti­gen Pro­ben im Eis, regen­nas­sen Sze­nen und den ers­ten war­men Son­nen­strah­len wächst hier ein Ensem­ble zusam­men, das bun­ter kaum sein könn­te: 15 Schau­spie­le­rin­nen und Schau­spie­ler im Alter von neun bis über sech­zig Jah­ren brin­gen den „Zau­be­rer von OZ“ mit spür­ba­rer Hin­ga­be auf die Büh­ne.
Was die­se Pro­ben­ar­beit in die­sem Jahr so beson­ders macht, erkennt Regis­seu­rin Rebek­ka Gim­pel sofort: „Das Schau­spiel ist außer­ge­wöhn­lich stark.“ Ein Grund dafür liegt in der jun­gen Gene­ra­ti­on. Anders als in den ver­gan­ge­nen Jah­ren muss­ten vie­le der Jugend­li­chen kei­ne lan­ge spiel­freie Zeit über­brü­cken. Statt­des­sen konn­ten sie sich in der neu gegrün­de­ten Thea­ter­grup­pe „SNAB Füch­se“ inten­siv wei­ter­ent­wi­ckeln. Dort arbei­te­ten sie an zen­tra­len Grund­la­gen des Schau­spiels, von Kör­per, Stim­me und Aus­druck bis hin zu Impro­vi­sa­ti­on, Rol­len­ar­beit und dem bewuss­ten Ein­satz von Sta­tus.
Wie sehr sich die­se Vor­be­rei­tung aus­zahlt, wird auf der Büh­ne sofort sicht­bar: Die Jugend­li­chen begeg­nen ihren Rol­len mit Selbst­be­wusst­sein und Aus­drucks­stär­ke, ent­wi­ckeln Figu­ren mit Tie­fe und tra­gen ein spür­ba­res Gemein­schafts­ge­fühl in die Pro­ben. Sie ken­nen sich, sie ver­trau­en sich und genau das prägt die Arbeit. Zwi­schen kon­zen­trier­ten Sze­nen wird viel gelacht, gescherzt und aus­pro­biert. „Es liegt ein beson­de­rer Zau­ber im Ensem­ble“, beschreibt Gim­pel die Atmo­sphä­re tref­fend.
Unter­stützt wird sie dabei von Julia Witt­mann, die nicht nur das Text­buch ver­fasst hat, son­dern eben­falls Regie führt. Im gemein­sa­men krea­ti­ven Pro­zess wer­den Sze­nen behut­sam wei­ter­ent­wi­ckelt und fein abge­stimmt, wodurch das Stück leben­dig bleibt und sich orga­nisch ent­fal­tet.
Wäh­rend auf der Büh­ne geprobt wird, ent­steht hin­ter den Kulis­sen eine eben­so magi­sche Welt. Dag­mar Bär und ihr Team erschaf­fen mit viel Lie­be zum Detail Kos­tü­me, die das mär­chen­haf­te Flair des Stü­ckes zum Leben erwe­cken. Par­al­lel dazu ver­wan­deln Julia Mier­z­wa und ihre Kol­le­gin die Dar­stel­le­rin­nen und Dar­stel­ler mit geschick­ten Pin­sel­stri­chen in ihre Rol­len. Ein wei­te­res High­light sind eigens kom­po­nier­te Lie­der von Sieg­fried Michl, die das Publi­kum nicht nur beglei­ten, son­dern aktiv ein­bin­den und mit­ten hin­ein­zie­hen sol­len in die Zau­ber­welt von Oz. Die Musik spielt dabei eine ganz beson­de­re Rol­le, sie durch­zieht die Pro­ben­ar­beit von Anfang an, immer wie­der wird gesun­gen, aus­pro­biert und ver­fei­nert. Für die meis­ten der Schau­spie­le­rin­nen und Schau­spie­ler ist das Neu­land, auch wenn eini­ge bereits Erfah­rung mit­brin­gen. Das Zusam­men­spiel von Schau­spiel und Gesang erfor­dert zusätz­li­ches Trai­ning und vor allem Mut, ganz wie bei den Figu­ren des Stü­ckes. Mit beson­de­rer Span­nung blickt das gesam­te Ensem­ble zudem auf das ent­ste­hen­de Büh­nen­bild, allen vor­an auf die Sma­ragd­stadt von Oz, die als visu­el­les Herz­stück der Insze­nie­rung mit gro­ßer Neu­gier erwar­tet wird.
Die Vor­freu­de im Ensem­ble ist spür­bar groß. Denn erst mit dem Publi­kum wird die Wald­büh­ne wirk­lich leben­dig. Beson­ders die jun­gen Zuschaue­rin­nen und Zuschau­er dür­fen sich auf ein inter­ak­ti­ves Erleb­nis freu­en: Die Insze­nie­rung lädt an vie­len Stel­len zum Mit­ma­chen ein und macht sie so selbst zu einem Teil der Geschich­te.
Wenn Doro­thy und Toto also bald gemein­sam mit Vogel­scheu­che, Blech­mann und Löwe den gel­ben Zie­gel­weg ent­lang­zieht, dann ist eines sicher: Die­se Rei­se wird nicht nur auf der Büh­ne statt­fin­den, sie wird das Publi­kum mit­neh­men. Und viel­leicht zeigt sich am Ende auch für die Zuschaue­rin­nen und Zuschau­er, was das Stück so ein­drucks­voll erzählt: Mut, Herz und Ver­stand fin­den sich oft genau dort, wo man sie am wenigs­ten erwar­tet, in einem selbst.
Kar­ten­vor­be­stel­lung via https://waldbuehne-heldritt.de oder zu unse­ren Geschäfts­zei­ten unter Tel. 09564/800441

 

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